Projektgeschichte

April 2016: Start des Einzelhandelslabors Südwestfalen, gefördert vom Land NRW. Beteiligt sind zwei Industrie- und Handelskammnern, 3 Hochschulen und 49 Kommunen. In der Laufzeit von drei Jahren hat unser Institut die Aufgabe, datengetriebene Digitalisierungsstrategien für Einzelhändler und Städte zu entwickeln. Es wird ein Monitoring-System für den gesamten Einzelhandel der Region aufgebaut.

Oktober 2014: ein weiteres Pilotprojekt wird mit der Stadt Attendorn gestartet, das einen Nachrichtendienst, eine Suchmaschine und Monitoringwerkzeuge umfasst, die auswerten aus welchen Quellen und mit welchen Begriffen die Stadt im Web auftaucht. Hier werden auch Social Media Monitoring Kennziffern verfügbar gemacht, die aufzeigen, welche Themen in der Web-Community eine Resonanz erhalten und welche Meinungsführer vorhanden sind.

Januar 2014: Seit Mitte Oktober 2013 fanden die ersten Gespräche mit Kommunen statt, die Interesse daran hatten, die entwickelten Werkzeuge für das Stadtmarketing einzusetzen. Die Stadt Neuenrade hatte die besten Voraussetzungen für die Umsetzung. Die folgenden Kernfunktionen werden für den Bürger bereit gestellt:

  • Suchmaschine: Die Suchmaschine umfasst alle Webseiten, die in der Stadt verfügbar sind. Diese werden nach den Bereichen „Einkauf & Erlebnis“, Jobs & Unternehmen, Gesundheit & Sport, Stadt & Einrichtungen, Immobilien sowie Presse verfügbar gemacht. Die Definition der Bereiche ist frei gestaltbar. Die Bestandsinformationen über die Stadt werden für Bürger und Unternehmen so leichter zugänglich. Umsetzungsstatus: Das Wissenssystem ist als Suchmaschine unter der Adresse wissen.neuenrade.de seit Mitte März 2014 frei geschaltet und befindet sich im Test.
  • Nachrichtendienst: Webseiten aus der Stadt und Webseiten, die über die Stadt berichten, Social Media Quellen, Pressequellen und weitere Dienste werden mit Beobachtungstechnologien auf Veränderungen geprüft. Neuigkeiten werden gesammelt und einem zunächst eingeschränkten Empfängerkreis aus dem Stadtmarketing zur Verfügung gestellt. Jeder Teilnehmer ist berechtigt, weitere Teilnehmer einzuladen. Nach und nach können verschiedene Themenkanäle für unterschiedliche Zielgruppen aufgebaut werden. Ziel ist es, dass das System alle 24 Stunden mehrere tausend Empfänger aktiv über Neuigkeiten informiert (push Verfahren). Dies geschieht per Mail oder App. Umsetzungsstatus: Das Newssystem ist unter der Adresse www.wissensmanagement-region.de seit Ende März 2014 frei geschaltet und befindet sich im Test.
  • Kommunikation: Der Pilot Horizont ist ein „Mitmachprojekt“. Es gibt verschiedene, sehr einfache Möglichkeiten für den Bürger bzw. Unternehmer sich zu beteiligen. Alle Punkte der folgenden Aufzählung führen dazu, dass neue Meldungen für den Nachrichtendienst entstehen, direkt vom Bürger oder dem Unternehmen. Die Beteiligung erfolgt über drei verschiedene Ansätze:
    • Veränderungen auf Webseiten: Stellt ein Unternehmen auf der eigenen Seite eine Stellenanzeige ein oder verändert ein Einzelhändler seine Öffnungszeiten, kann dies vom System registriert und automatisch in den Newskanal geliefert werden. Dies kann auch für Seiten wie Facebook, Twitter oder Xing gelten – wird dort etwas zum Stadtnamen veröffentlicht, kann dies in den Nachrichtendienst gelangen (abhängig eher von den persönlichen Einstellungen der Social Media Seite).
    • Eigene Meldungen per Mail: Jeder Gewerbetreibende kann von seinem Mailsystem aus eine Nachricht in das System schicken. Die Betreffzeile wandelt sich um in die Überschrift, der Mailtext wandelt sich um in die Nachricht. Verschiedene Sicherheitseinstellungen ermöglichen es, dies mit oder ohne redaktionelle Freischaltung zu tun. Auch können einzelne, sichere Mailadressen frei geschaltet werden. So wäre es auch möglich, 10 Bürgerreporter zu benennen, die redaktionelle Aufgaben übernehmen.
    • Vorhandene Meldungen kommentieren: Zu den Nachrichten können Nutzer selbst Kommentare verfassen.
  • Aktion „Kein Einzelhändler ohne Webseite“: Erprobung von einfachen Baukasten-Webseiten, die Einzelhändler in Eigenregie nach und nach ausbauen können. Durch die Integration in die Suchmaschine ist der Händler sofort auffindbar. Umsetzungsstatus: Erprobungsphase.

Dezember 2013: Bis Dezember 2013 sind 47.000 Meldungen eingelaufen. Diese Meldungen würden analysiert auf ihre Quellen und Inhalte. Auf der Basis dieser Auswertungen wurden die ersten Versuche unternommen, um eine Stadt elektronisch nachzubauen.

Juli 2013: Um Meldungen spezieller auf die Wirtschaft auszurichten, wurde Anfang 2013 eine neue Rubrik eingerichtet. Im Bereich „Kommunen speziell“ sind seit dem 15. Januar 2013 bis zum Tag der Auswertung, 03.07.2013, 3.642 Artikel eingelaufen. Dies sind gut 20 Artikel pro Tag und rund 600 im Monat. Die Überschriften dieser Artikel umfassen alleine schon 24.171 Wörter bestehend aus über 171.000 Buchstaben. Ein Textverarbeitungsprogramm benötigt nur für diese Überschriften 131 Seiten.

In diesen Artikel-Überschriften kommt das Wort Hochschule am häufigsten vor, nämlich 373 Mal. Ihm folgt das Wort Heilbronn mit 345 Mal. Die Begriffe Minden, Landkreis, Bad, Erzgebirge, Donau-Ries, Tourismus, Neuenahr-Ahrweiler und Karlsruhe kommen 100-230 Mal vor. Zwischen 60 und 90 Mal finden sich die Begriffe Stadt, Wilhelmshaven, Jade, Herne, Unternehmen, Kreis, Jobs, Neuenahr, Mindener und Harz in den Überschriften.

Eine interessante Entwicklung nahm in 2013 auch das Interesse an dem Portal. Zwischen Januar und Juni 2013 waren rund 6.000 Besuche zu registrieren. Es wurden rund 9.200 Seiten aufgerufen. Ab März war in den Besuchen ein sprunghafter Anstieg der Besuche zu verzeichnen. In den letzten Monaten pendelten die Besuche zwischen 1.000 und 1.500 Besuchen / Monat. Der Anteil regelmäßiger Leser lag bei 10%, d.h. rund 500 Besucher sind „Stammleser“. Das Interesse galt vor allem den Kernseiten des Auftritts, wie Projektgeschichte oder erste Schritte. Ortsbezogen sind unter den Themen, die besonders interessieren, Insolvenzen zu erkennen. Halberstadt, Babenhausen und Herne fanden das höchste Interesse bei Lesern als Standorte. Da nur rund 20 Teststandorte beteiligt sind und rund 30 weitere Kommunen im Mailverteiler der Wirtschaftsförderungsnews sind, können die Nutzungszahlen nur von „externen“ Besuchern stammen. Es wurde auch keine Werbung für das Portal geschaltet und es wurden keine Maßnahmen der Suchmaschinenoptimierung durchgeführt. Alleine das strukturierte sammeln sowie eine suchmaschinenfreundliche Darstellung der Inhalte kann Besucher anziehen. Dies ist für die Vermarktung einer Wirtschaftsförderung oder eines Stadtmarketings nicht unerheblich  – hier kann man mit der eigenen Webseite eine kostengünstige Breitenwirkung erzielen.

Ab Juli 2013 soll die dritte Projektphase starten. In der

  • ersten Phase wurden Nachrichten zu Standorten gesammelt. In der
  • zweiten Phase wurden wirtschaftsbezogene Nachrichten zu Standorten getestet. In der
  • dritten Phase soll die Spezialisierung der Meldungen auf die Ebene von Unternehmen verlagert werden. Jede Wirtschaftsförderung hat vor Ort eine Anzahl besonders wichtiger Unternehmen, von denen man jede Veränderung wissen möchte. Dies können auch „verdeckte Meldungen“ sein. Diese umfassen Veränderungen auf der Webseite eines Unternehmens, die aber nicht als Pressemeldung erscheinen. Beispielsweise eröffnet ein Metallverarbeiter einen Online-Shop oder es wird eine Karrierebeschreibung auf der Unternehmensseite eingestellt, die sich nicht in Jobportalen findet. Diese Meldungen zeigen an, dass Veränderungen im Unternehmen vorhanden sind, die aus Sicht von Wirtschaftsförderung und Stadtmarketing interessant sein können. Für die Testphase kann jeder der Teststandorte 30 Top-Unternehmen benennen, die beobachtet werden sollen.

Januar 2013: Seit dem 18. Oktober sind rund 12.000 Artikel in das Wissenssystem eingelaufen.  Alleine die Überschriften umfassen 1,6 Millionen Buchstaben oder eine viertel Millionen Wörter. In einem Text Verarbeitungsprogramm entspricht dies rund 1300 Seiten, nur aus Überschrifttexten. In dem Zeitraum sind rund 170 Artikel pro Tag im System eingegangen.

Interessant ist ebenfalls, welche Inhalte häufig transportiert wurden. Wertet man nur die Artikel-Überschriften aus, so kommen die Begriffe News und Nachrichten rund 700 Mal vor. Der Begriff Polizei kommt 600 Mal vor, GmbH 380 Mal. Zwischen 200-250 Mal kommen die Begriffe Handball, Weihnachtsmarkt, Wetter, Job und Euro vor. Zwischen 30 und 40 Mal finden sich die Nennungen Bürgermeister, Doppelmord und Betrunkener. Es wird hier deutlich darauf hingewiesen, dass zwischen diesen drei Begriffen kein Zusammenhang besteht. Der Begriff Zweiraddiebstahl kommt dreimal in den Überschriften vor.

Mit den Daten ist auch eine Analyse möglich, welche Begriffe im Umfeld eines Stichwortes vorkommen. Wertet man beispielsweise den Begriff „Gewerbe…“ aus, so finden sich in den Wortzusammensetzungen Stichworte wie Steuer, Park, Fläche, Raum oder Treibende. Der Begriff Ansiedlung kommt in den Überschriften kaum vor. Die Überschrift „Ansiedlung von Ärzten ist auch Wirtschaftsförderung“, ist der einzige Beleg.

An der Menge und der Ausrichtung der Artikel ist erkennbar, dass es sich bei den Themen um „Alltagsüberschriften“ handelt. Es gab Projektteilnehmer, die Sorge um ihr Image hatten, da die Meldungen sich so lesen, als wäre der Standort das Zentrum des deutschen Verbrechens. Allerdings ergibt die Analyse, dass Polizeiberichte sowie Sport- und Wetterthemen häufige und damit „normale“ Lokalthemen sind. Der Begriff Doppelmord betraf auch nur den Standort Babenhausen.

In der zweiten Phase des Projektes sollen die Meldungen deshalb auf wirtschaftsrelevante Bereiche herunter gebrochen werden. Die Themenfelder Unternehmensentwicklung, Jobs, Immobilien, Lebensqualität sowie Energiewende sollen näher untersucht werden. Das aktuelle Thema Energiewende war eine Idee des Partners „A3 Wirtschaftsraum Augsburg“.

Um einen Abgleich mit den bisherigen Meldungen zu ermöglichen, laufen die allgemeinen Nachrichtenkanäle weiter in das System ein.

Neu in die Beispiele regionaler Wissenssysteme wurden aufgenommen:

  • die Technologie-Initiative der In|Die RegionRuhr (Städte Dortmund, Bochum, Hagen, Herne und der Ennepe-Ruhr Kreis),
  • die Technologie-Region Aachen.

Im Projekt In|Die wurde die Landschaft der regionalen Technologieunternehmen, die Hochschulen, Patente und Professorenprofile in einer Suchmaschine aufbereitet. Um Innovations- und Zukunftstrends recherchieren zu können, gibt es einen Ratgeber Innovation.  Hier wurden die weltweit führenden Zukunftsinstitute zugänglich gemacht. In einem nicht zugänglichen Teil werden, in einer Art automatisierter Rasterfahndung, Texthinweise zu technischen Innovationen aus der Region gefiltert und im System bereit gestellt.

Bei einem Projektpartner tauchte die Frage auf, warum eigene Pressemeldungen nicht in den Meldungen des Wissenssystems auftauchen. Der Grund liegt zumeist darin, dass Suchmaschinen diese Meldungen nicht oder zu spät erkennen. Innerhalb des Projektrahmens wird deshalb einen Test durchgeführt, der helfen soll, eigene Pressemeldungen in Suchmaschinen besser zu platzieren.

18.10.2012: Freischaltung des Portals und Start der Datensammlung. Zunächst wurden für alle Teilnehmer einzelne Orte identifiziert. Zu diesen Suchbegriffen (z.B. Landkreis XY oder Stadt XY) laufen die ersten Meldungen ein. Inhaltlich geht es zunächst nur um den Ort ohne Verbindung zu einem weiteren Thema, wie Verarbeitendes Gewerbe oder Einzelhandel.

Anfang Oktober 2012: Sammlung der Ortsdaten der beteiligten Kommunen. Durch die Beteiligung von Regionen und Landkreisen kamen einige hundert Ortsbestimmungen zusammen.

19.9.2012: An diesem Datum erfolgte per Mail der Projektaufruf zum Thema „Geheimdienst“. Geplant waren Tests für 5-10 Kommunen. Gestartet wurde das Projekt schließlich mit 18 interessierten Kommunen. Der Begriff Geheimdienst wurde gewählt, weil es darum geht, bisher für den Bürger „versteckte“ Informationen transparent zu machen. Diese Informationen werden zwar nicht absichtlich geheim gehalten, sind aber genauso unbekannt, wie eine Verschluss-Sache.